Love Letters  in der Theater-Aula in Oldenburg

Bericht vom 15. September 2007

Oldenburg in Holstein - Eine kurze Kritik: Es war ein klasse Theater-Abend in Oldenburg. Ich habe mich wirklich amüsiert und ich war auch oft sehr nachdenklich. Ich denke so ist Theater optimal. Love Letters, von Albert R. Gurney, handelt von einem (Liebes-)Paar, Andrew und Melissa, welches nie wirklich zusammen findet. Vorgetragen werden die Briefe die sie sich ein ganzes Leben lang schreiben. Man sollte meinen das sei eine traurige Geschichte.

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Nein, jedenfalls nicht nur, ich habe oft gelacht. Was war so fastzinierend an diesem Stück? Im Grunde genommen fanden wir uns alle darin wieder. Nicht unbedingt in der ganzen Geschichte aber doch in vielen Abschnitten. Der eine mehr, der andere weniger. Es fängt an mit den kleinen Zettelchen in der Schule (Willst Du mit mir gehen?....), und geht weiter mit begeisterten Briefen nach gelungenen Liebesnächten (Ich muss Dich unbedingt wiedersehen...). Manche Briefe waren sehr kurz geraten, man würde sie heute per SMS oder eMail schreiben. Manchmal reden (bzw. schreiben) die beiden aneinander vorbei, wie gesagt: wir alle finden uns wieder. Am Ende allerdings zerbricht Melissa an der unerfüllten Liebe, an einer Beziehung, deren Spielregeln zunehmend Andrew bestimmt. Bleibt zum Schluß die (oft gestellte) Frage: Was wäre wenn alles doch ganz anders........

Die beiden Akteure, (im wirklichen Leben ein Paar) Christiane Hammacher und Gunnar Möller (sein wohl bekanntester Film: Ich denke oft an Piroschka - 1955), haben das Stück wunderbar gemeistert. Ich stell mir das nicht ganz einfach vor, mit einem kargen Bühnenbild (zwei Stühle, zwei Tische) und "vorgelesenem" Text das Publikum zu begeistern. Sie haben das Stück mit ihrem ganz eigenen Charme und Witz ausgefüllt und ich jedenfalls bin voll und ganz auf meine Kosten gekommen und möchte mich daher von dieser Stelle aus bei den beiden noch einmal herzlich bedanken. (m.m.)